SAP Security Audit: Der ultimative Guide für maximale Systemsicherheit im Jahr 2026

In der heutigen vernetzten Unternehmenswelt ist das SAP Security Audit kein optionales „Nice-to-have“ mehr, sondern das Rückgrat der gesamten Enterprise-Governance. Als Ihr Business Consultant weiß ich: Ein SAP-System ist weit mehr als eine Datenbank; es ist das Nervensystem Ihres Unternehmens. Ein Security Audit darf daher keine oberflächliche Checkliste sein, sondern muss eine tiefenpsychologische Untersuchung Ihrer Systemarchitektur darstellen. Angesichts steigender Cyber-Bedrohungen und strengerer Compliance-Anforderungen (wie NIS-2 und DSGVO) müssen Unternehmen ihre SAP-Landschaften kontinuierlich auf Schwachstellen prüfen.

Warum ein SAP Audit heute kritischer ist denn je

Die Migration zu SAP S/4HANA Cloud und die Integration von KI-gestützten Prozessen haben die Angriffsfläche massiv vergrößert. Ein modernes SAP Security Audit geht weit über die bloße Prüfung von Benutzerberechtigungen hinaus. Es umfasst die Absicherung von Schnittstellen (APIs), die Überprüfung von Cloud-Konfigurationen und den Schutz vor Ransomware-Angriffen, die gezielt auf ERP-Systeme abzielende Sicherheitslücken ausnutzen.

1. Systemhärtung auf Basis-Ebene (Kernel & OS)

Ein fundierter Audit beginnt im „Maschinenraum“ des Systems. Wir prüfen die Profilparameter (RSPARAM). Viele Systeme laufen noch mit Standardeinstellungen, die ein enormes Sicherheitsrisiko darstellen. Ein tiefgründiger Audit hinterfragt kritische Einstellungen wie:

  • gw/acl_mode: Ist die Gateway-Sicherheit korrekt konfiguriert, um unautorisierte Registrierungen externer Programme zu verhindern?
  • login/no_automatic_user_sapstar: Ist der kritische Standardnutzer SAP* deaktiviert?
  • Verschlüsselung (SNC): Wird der Datenverkehr zwischen SAP GUI und Applikationsserver via Secure Network Communications lückenlos verschlüsselt?

2. Identity & Access Management: Das Privilegientrennungs-Paradoxon

Berechtigungsprüfungen scheitern in der Praxis oft an der Komplexität. Ein professionelles Audit analysiert die Segregation of Duties (SoD) – also die Funktionstrennung. Ein klassisches Risiko besteht, wenn ein Mitarbeiter sowohl Kreditoren anlegen als auch Zahlungen freigeben kann. Besonderes Augenmerk liegt auf technischen Usern (System- und Service-User). Diese besitzen oft weitgreifende Rechte, werden aber selten überwacht. Ein Audit prüft hier die Passwort-Policies und stellt sicher, dass diese User für Dialog-Logins gesperrt sind.

3. ABAP Code Security: Die versteckte Gefahr in Eigenentwicklungen

Customizing ist die Stärke von SAP, aber oft auch die größte Schwachstelle. Eigenentwickelter ABAP-Code umgeht häufig die Standard-Berechtigungsprüfungen (AUTHORITY-CHECK). Ein tiefgründiger Audit beinhaltet daher eine statische Code-Analyse, um folgende Risiken zu eliminieren:

  • SQL-Injections: Durch unsauberen dynamischen Code könnten Angreifer Datenbankinhalte manipulieren.
  • Directory Traversal: Risiken beim Dateizugriff auf Betriebssystemebene (OPEN DATASET).
  • Backdoors: Identifikation von hartcodierten Passwörtern oder versteckten Admin-Funktionen in alten Reports.

4. Cloud-Transformation & BTP Security

In der hybriden Welt von SAP S/4HANA Public Cloud verschiebt sich die Verantwortung. Hier auditieren wir nicht mehr den Kernel, sondern die SAP Business Technology Platform (BTP). Die kritischen Prüfpunkte sind hier:

  • Trust-Konfigurationen: Sind die Verbindungen zu externen Identity Providern (z. B. Azure AD) sicher?
  • Cloud Connector: Wie sicher ist die Brücke zwischen Ihrer On-Premise-Welt und der Cloud konfiguriert?
  • API-Management: Werden OAuth-Tokens und moderne Verschlüsselungsstandards (TLS 1.3) konsequent genutzt?

5. Forensik und Echtzeit-Überwachung (Logging)

Ein Audit ist immer eine Momentaufnahme. Für echte Resilienz benötigen Sie jedoch Continuous Security Monitoring. Wir prüfen im Audit die Qualität des Security Audit Logs (SAL). Sind relevante Events wie User-Sperren, Report-Starts oder RFC-Aufrufe überhaupt aktiv? Ohne sauberes Logging ist eine forensische Analyse nach einem Sicherheitsvorfall unmöglich.

Fazit: Proaktive Sicherheit statt reaktiver Schadensbegrenzung

Ein strategisch durchgeführtes SAP Security Audit schützt nicht nur Ihre wertvollsten Unternehmensdaten, sondern stärkt auch das Vertrauen von Kunden und Partnern. Als IT-Professional empfehle ich, das Audit nicht als einmaliges Projekt, sondern als fortlaufenden Prozess zu betrachten. Nur wer seine „Hausaufgaben“ in der Basis-Sicherheit gemacht hat, kann neue Technologien wie KI sicher und gewinnbringend einsetzen.